Samstag, 21. Dezember 2013

[Rezension] Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe von Suzanne Collins






Nach dem emotionalen und atemberaubenden Ende vom ersten Band "Tödliche Spiele" glaubt man, dass Katniss und Peeta es endlich geschafft haben und nun ein erfülltes und ruhiges Leben führen können. Doch weit gefehlt... denn das wäre ja langweilig.

Neben dem ganzen Stress, was eben ein Sieg bei den Hungerspielen mit sich bringt, muss Katniss sich vor allem in einem klar werden. In ihren Gefühlen. Nachdem Peeta sie in der Arena zu einem tragischen Liebespaar gemacht hat, um Sponsoren zu bekommen, ist Katniss gezwungen das Spiel weiter mitzuspielen, obwohl sie die Gefühle, die Peeta ihr entgegenbringt, nicht teilt. Dessen nicht genug, dass sie sich immer zwanghaft an Peetas Hals werfen muss, ist da noch Gale... ihr bester Freund und Jagdgeselle, der nun ihren Cousin spielen muss...und dem das ganze Spektakel mit Peeta sichtlich nicht zu gefallen scheint... .
Dessen nicht genug, hat die Siegerin aus Distrikt 12 noch ein ganz anderes Problem. Ihr Verhalten in der Arena, ihr Widerstand, die Spiele so zu spielen, wie die Machtzentrale, das Kapitol, es gern hätte, hat viele Zuschauer beeindruckt und eine Rebellion ausgelöst. Im Zeichen des Spotttölpels versuchen die Bezirke nun ein zweites Mal, das Kapitol zu stürzen. Auch diesem ist Katniss' Wirkung nicht ungeachtet geblieben und so geschieht es, dass die junge Frau zum zweiten Mal in die Arena muss. Diesmal gegen alle Sieger der bisherigen Hungerspiele (Haymitch und Peeta eingeschlossen)... und diesmal kann es wirklich nur einen Überlebenden geben.

Wieder einmal ein sehr gelungenes Buch, jedoch meiner Meinung nach nicht so spannend wie der erste Band. Für mich war es echt zuviel Trubel außenrum und ich empfand die fast 60% des Buches einnehmenden Zeremonienbeschreibungen manchmal sehr ermüdend. Außerdem kam für mich der Titel des Bandes, welcher das Wort Liebe beinhaltet, etwas zu kurz und dafür die "politischen" Kapitel rund um das Kapitol, die Bezirke und die Rebellion umso ausladender. Ich habe dieses Buch gern gelesen, jedoch war es für mich im Gegensatz zu Band 1 schlechter. Ich bin schonmal auf das dritte Buch gespannt.

Für diesen Roman vergebe ich (noch) vier von fünf Sternen.

Donnerstag, 12. Dezember 2013

[Rezension] Das Geheimnis der Lady Audley - von Mary Elizabeth Braddon





Ein wahrhaftiger Schmöker viktorianischer Zeitgeschichte und ein ungewöhnlicher Spannungsbringer! Lady Braddon steht Jane Austen in nichts nach!

Wie bereits erwähnt, bin ich eine außerordentliche Jane Austen Liebhaberin und so musste ich dieses Buch unbedingt lesen ebenso wie ich wissen wollte, wie sich wohl ein viktorianischer Krimi so macht und ob er sich mit denen der heutigen Zeit vergleichen lässt. Und ich muss sagen, er steht der zeitgenössischen Krimiliteratur in nichts nach!

Audley Court... eine schaurig schöne Kulisse, die den Leser durchaus an einen Ort aus den damals beliebten Gothic Novels erinnert. Ein großer, von Efeu und Bäumen überwucherter Garten, eine Turmuhr, die gruselig anmutet und riesige Bäume, die die kahlen Äste nach einem auszustrecken scheinen. Das ist der Ort, den die junge Lady Lucy Audley, ehemals Graham, nun bewohnen darf, denn sie hat den Antrag von Sir Michael Audley und den Inhaber dieses Anwesens angenommen. Aus dem Stand einer Gouvernante erhoben, genießt die junge Frau nun alle Vorzüge eines Lebens, bei dem es nicht auf Geld ankommt und wird, nicht nur dank ihrem engelsgleichen Äußeren, als auch ebenso ihrem herzlichen und unschuldigen Wesen, von ihrem Mann nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Wer ahnt da schon, dass sich hinter diesem Engel irgendetwas Böses verbergen könnte... .
Hoffnungsvoll reist George Talboys endlich wieder nach Hause. Nachdem er erfolgreich sein Glück in Australien gemacht hat und zu viel Geld gekommen ist, drängt es den ehemaligen Kornett dazu, endlich zu seiner Frau zurück zu kehren, die er damals wegen Geldnot zurücklassen musste. Doch sein Herz bricht, als er, endlich zuhause angekommen, die Todesanzeige von seiner Geliebten lesen muss. Da kommt ihm die Gesellschaft von Robert Audley, einem jungem Advokat und Verwandten von Sir Michael, gerade recht. Schon bald besucht George das Anwesen Audley Court und begegnet der jungen Lady Lucy... und verschwindet spurlos... .

Ich kann dieses Buch wirklich jedem Fan der viktorianischen Lietratur und jedem Krimiliebhaber nur ans Herz legen. Wo Jane Austen Heiratspläne schmiedete, schreibt Mary E. Braddon über die Abgründe der menschlichen Seele und kriminalistische Verwicklungen. Romantisch, zauberhaft und spannend! Unbedingt lesen!

Ich vergebe für dieses Buch fünf von fünf Sternen.

Montag, 9. Dezember 2013

[Rezension] Frauen und Bücher - von Stefan Bollmann






Wer hat noch nicht den berühmten Satz: "Frauen, die lesen, sind gefährlich." gehört? Was für viele Leserinnen heutzutage selbstverständlich ist, nämlich alles und überall zu lesen, war noch vor ein paar hundert Jahren ein absolutes Tabu... .

Mit "Frauen und Bücher" begann meine erste Lektüre eines Sachbuches, welches man sich bekanntlich sehr detailliert und bis ad absurdum recherchiert und, nach einer Zeit, langweilig vorstellt, denn die Fakten rieseln nur so auf einen nieder und man bekommt nicht wenig Lust ein Nickerchen zu machen... Falsch! Dies ist wahrlich ein besonderes Sachbuch, denn es entführt den Leser auf eine ironisch-unterhaltsame Weise in die Welt der Literatur und der Literatinnen und gibt genug interessante Geschichten und Fakten preis, ohne zu viel zu sein. Beginnend mit der Frau, die Literatur nur über Lesungen in größtenteils männlichen Kreisen erlebte und dies auch nur, weil sie mit irgendeinem von denen verheiratet war, weiterführend mit Frauen, die unter Pseudonymen das Buch zu ihrem Sprachrohr und Geldquelle machten und das Rollenkorsett sprengten und schließlich mit den Frauen endend, die mit roten Wangen und zu hohem Blutdruck zwischen den Seiten von "Shades Of Grey" verweilten. Im Laufe der Geschichten trifft man die eine oder andre berühmte (und einem vielleicht sogar bekannte) Frau und erlebt ihre Geschichte bezüglich der zeitgenössischen Entwicklung des Mediums Buch mit brisanten Fakten hie und da. Hier trifft man Jane Austen, Marilyn Monroe, Mary Shelley, Virginia Woolf und viele andere. Von Werther-Effekt bis zur Twillight Fanfiction ist alles geboten und dies auch noch umrahmt in stellenweise herrlich ironischen Passagen seitens des Erzählers. So konnte man lesen, sich bilden, unterhalten werden und sich natürlich noch Notizen machen, welches Buch man sich denn noch anschaffen möchte... denn "Frauen und Bücher" macht neugierig... und zwar nicht nur auf die Frauen ;-)

Für dieses Buch vergebe ich vier von fünf Sternen.

Donnerstag, 28. November 2013

[Rezension] Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele von Suzanne Collins






Nun habe ich mich ebenfalls von dem Panem - Fieber anstecken lassen und weil nun bald der zweite Teil in die Kinos kommt, wollte ich mich schnell auf den aktuellen Stand bringen. Den ersten Teil habe ich nämlich förmlich inhaliert... .
Die Geschichte an sich ist ganz einfach. Nach einer Rebellion der Distrikte gegen das Kapitol, die Machtzentrale, führt dieses nun jährlich zum Erntedank die sogenannten Hungerspiele durch, bei denen jeweils zwei Jugendliche bzw. junge Erwachsene aus jedem Distrikt ausgewählt werden. Da es zwölf Distrikte gibt von anfangs dreizehn (das Dreizehnte wurde bei dem Aufstand ausgelöscht), werden insgesamt 24 Jugendliche ausgewählt. Der Hacken an der Sache ist, dass diese sich nach einer fast lächerlich anmutenden Zeremonie (mMn) in einer Arena bekämpfen müssen, um den Sieg für ihr Distrikt davonzutragen. Die Arena ist aber kein Fußballfeld o.Ä., sondern ein wildes Gebiet mit Tieren und Co., wo jeder nicht nur gegen seine Mitspieler ums Überleben kämpfen muss, sondern auch gegen die Gewalten der Natur. Die Hauptprotagonistin Katniss, die gemeinsam mit dem Bäckerssohn Peeta, für ihr Distrikt 12 kämpfen muss, sieht sich bald an ihre Grenzen geführt, denn sie kann jederzeit getötet werden. Zwischen den Naturgewalten, der kaum ausreichenden Menge an Essen und Trinken muss sie sich auch noch damit abfinden, dass ihr Gegner Peeta, den sie ja eigentlich umlegen muss, um genug Geld für ihre hungernde Familie zu bekommen, ihr schon einmal das Leben gerettet hat... .

Obwohl es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, die der Fantasie einer sehr begabten Autorin entsprungen ist, muss man als Leser mehrmals innehalten. So fantastisch die Handlung auch scheint, so real ist sie ebenso. Konkurrenz um Nahrung, Wasser und Geld... brutales Abschlachten... all das sind Dinge, die man leider nicht nur aus Büchern kennt... . Spannend, aufrüttelnd und brutal.

Ich vergebe für dieses Buch fünf von fünf Sternen.


Montag, 25. November 2013

[Rezension] Der Duft der Wüstenrose - von Beatrix Mannel






Nachdem ich die wunderbare Geschichte über "Die Insel des Mondes" gelesen habe, durfte natürlich der vorherige und somit erste "Fremde-Länder-Roman" von Frau Mannel nicht ausgelassen werden. Und auch hier genoss ich meine Reise mit allen Sinnen... .

Fanny, eine junge und hübsche Frau, hat es endlich geschafft. Sie hat das kalte Kloster Reutberg hinter sich gelassen und befindet sich auf dem Schiff, das sie nach Afrika bringen soll. Mit ihr reist ihre beste Freundin Charlotte, die ebenfalls aus dem Kloster kommt und auf der Insel einen reichen Deutschen heiraten soll. Da die arme Charlotte aufgrund ihres Familienskandals in Deutschland niemand mehr ehelichen möchte, soll sie "über der Grenze" verheiratet werden, worauf sich die junge Frau auch über alle Maße freut, denn ihr Verlobter scheint ein wunderbarer und einfühlsamer Mann zu sein. So sind zumindest die Briefe, die Charlotte von ihm empfängt und die sie gemeinsam mit Fanny studieren. Doch alles kommt plötzlich anders... Charlotte stirbt noch an Bord und bittet Fanny darum, dass sie statt ihr den geheimnisvollen Mann heiraten soll. Besorgt um ihre unklare Zukunft und den letzten Wunsch ihrer besten Freundin nicht abwehren könnend, gibt Fanny schließlich nach und willigt ein. Doch als sie, am Ziel ihrer Reise angekommen, sich als Charlotte ausgibt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie sich begibt, denn der fremde Mann ist offensichtlich nicht der, der er zu sein scheint. Und da ist noch dieses geheimnisvolle Perlenarmband, das Fanny mit sich führt, und welches ihre einzige Verbindung zu ihren unbekannten Eltern darstellen soll, denn Fanny wurde als Baby vor der Pforte des Klosters gefunden. Als sie bemerkt, wie sehr sich Einheimische vor diesem Armband fürchten, überkommt sie ein ganz schlechtes Gefühl... .

Auch dieser Roman hat mich sehr gut unterhalten. Neben den wunderschönen und zum Greifen nahen Beschreibungen Afrikas und ihrer Bewohner, einer Prise Magie und Legenden offenbart sich nach und nach eine verzwickte, furchtbare aber auch spannende Familiengeschichte. Folgend auf stellenweise etwas langatmige Schilderungen von Ritualkunst, bekommt der Leser auch seine Moral mitgegeben, nämlich, dass man sich nicht vor seinen Wurzeln retten kann... und auch diese nicht fürchten muss und einfach seinen Weg gehen sollte, den einem die Ahnen *grins* weisen.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Dienstag, 19. November 2013

[Rezension] Die englische Freundin - von Tracy Chevalier



Eine wunderbare Geschichte einer starken, jungen Frau, die Mut macht und beeindruckt. Tracy Chevalier at her best :-)

Die Vorfreude mischt sich mit Ungewissheit.. und auch mit Angst, als die junge Quäkerin Honor beschließt mit ihrer Schwester Grace nach Amerika zu gehen, denn für Honor ist ihr derzeitiges Leben kein Segen. Von ihrem Verlobten sitzen gelassen, erntet sie nur Mitleid und spöttische Blicke... und als ihre Schwester ihr anbietet, nach Amerika zu schiffen, wo Grace ihr zukünftiger Ehemann erwartet, welcher Jahre zuvor geschäftlich dahingezogen, zögert Honor nicht. Nach einer beschwerlichen Fahrt für die junge Quäkerin, die schwerst seekrank ist, stehen die beiden Schwestern endlich auf dem Boden des Landes mit den unendlichen Möglichkeiten. Die Freude währt aber nicht lange, da Honors Schwester Grace schwerst erkrankt und schließlich stirbt. Nun steht Honor alleine da... ohne ihre Schwester und ohne eine Ahnung, wohin sie gehen soll.
Auf ihrer Weiterreise zu Graces Verlobten bekommt Honor einige Eindrücke von Amerika mit. Dazu zählen Schnelllebigkeit, grenzenlose Offenheit und die Sklavenfrage... . Schon bald fühlt sich die gläubige junge Frau mit den moralischen Grundsätzen konfrontiert, ob sie den Sklavenflüchtlingen helfen soll und kann. Dabei stolpert sie auch über einige Bekanntschaften... Belle Mills, die wunderschöne Hauben und Hüte zaubert und ihr Bruder Donovan, der sich sehr für die Quäkerin zu interessieren scheint... doch ausgerechnet er ist ein rabiater Sklavenjäger... .

Ich habe diese Geschichte verschlungen. Jedes Mal, wenn ich das Buch zur Hand nahm, konnte ich es nicht mehr weglegen. Das Schicksal der Quäkerin Honor Bright, ihrer Schwester, der Putzmacherin Belle Mills und auch der vielen Flüchtlinge hat mich mit Spannung, Mitleid und viel Nachdenken gefüllt. Im Hintergrund dazu bekommt man viele Infos über das Leben der Quäker, ihr Handwerk (das Quilten) und die Lebensgewohnheiten der Amerikaner. Hinzu kommt der recht unkomplizierte Schreibstil, sodass man einfach in die Geschichte eintaucht und sie vor sich plätschern lässt. Im positiven Sinne.

Ich vergebe für diesen Roman fünf von fünf Sternen.

Mittwoch, 13. November 2013

[Rezension] Im Dunkel der Schuld - von Rita Hampp



Wenn man glaubt, dass mit dem Tod eines Menschen alles Leid und Grauen versiegt, der täuscht sich... . Ein spannender Krimi mit stellenweise filmreifen Psychothrillerelementen!

Nach dem tödlichen Unfall ihres Vaters sehen sich Ebba, Georg, Rosie und auch Frieda wieder mit dem wirklichen Leben konfrontiert, denn sie sind alle missbraucht worden. Bruno Seidel, seines Zeichens Künstler und Alkoholiker, malt seine dunklen und beklemmenden Szenarien kaum aus dem Kopf, denn das Grauen spielt sich vor seinen Augen und unter seiner Kontrolle ab. Während die Mutter, Frieda Seidel, sich in Betkreise und Kirchen flüchtet, erleben die Geschwister jeden Tag ein neues Grauen. Ebba wird mit Vorlieben in Kisten gesperrt und vergessen, Rosie darf, trotz Höhenangst, auf Bäume klettern und Georg muss sie, trotz seines schwachen Herzens und Verfassung, von dort wieder auffangen. Lange lässt sich die Familie das nicht bieten und eines Tages... werden sie erlöst. Bruno Seidel verunglückt mit seinem Auto. Mit drei Promille im Blut.
Von nun an kämpft in der Familie jeder für sich, um mit den grauenhaften psychischen und auch physischen Folgen des jahrelangen Missbrauchs klarzukommen. Georg entwickelt einen Kontroll-  und Sauberkeitswahn, Rosie will es allen nur recht machen und Ebba hängt bei sich in der Wohnung die Türen aus, weil sie sich eingeengt fühlt. Die alten Bande der Familie scheinen sich nach und nach aufzulösen, denn der mysteriöse Unfall hängt wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen. Was ist damals genau geschehen? Was verheimlichen sie? Doch das Geheimnis um den 3.Februar hat nicht mehr lange um gelüftet zu werden... denn plötzlich stirbt Georg... in einem Umzug... obwohl er Panik vor Umzügen hatte und nie einen betreten würde... . Ein Unfall?

Ein schöner Roman um die Frage der Schuld und Sühne. Stellenweise sehr gut psychologisch recherchiert und beschrieben, man kann als Leser sich fast zu hundert Prozent in die Figuren hineinversetzen. Von der Handlung her ähnelt es mehr einem Krimi als einem Thriller, obwohl ich persönlich vor Spannung bei manchen Passagen Schnappatmung bekam. Andererseits gibt es auch kleine Schwächen bei der Herausarbeitung der Hauptprotagonistin Ebba sowie, dass ich die Handlung manchmal zu vorhersehbar und zu langatmig empfand, welches aber der Gesamtspannung und dem Lesevergnügen keinen Abbruch tat. Wer das Buch einmal aufschlägt, kann es nur schwer wieder weglegen.

Ich vergebe für diesen "Thriller" vier von fünf Sternen.

Dienstag, 29. Oktober 2013

[Rezension] Der Winterpalast - von Eva Stachniak



Angeregt durch eine Videorezension und natürlich mein Interesse und die Verbundenheit zur russischen Geschichte, musste ich fast zwanghaft dieses Buch haben und lesen, denn ich war so gespannt auf die Schilderungen rauschhafter Feste, politischer Intrigen und all der interessanten Verwicklungen. Teilweise landete ich mit diesem Buch einen Volltreffer, teilweise empfand ich die Geschichte auch als etwas langweilig... .

Erzählt wird ein Teil der Lebensgeschichte von Katharina der Großen aus den Augen einer Bediensteten bei Hofe. Genauer gesagt ist Warwara Nikolajewna eine Spionin, eine sog. Zunge, von Kaiserin Elisabeth. Diese will natürlich allerlei Intrigen, Klatsch und Tratsch erfahren, wissen, wie sich die junge Katharina macht und wie es ihr als Frau des Großfürsten ergeht, denn diese Verbindung hatte keinerlei weitere Ziele, als Nachkommen und Erben für den Thron zu zeugen. Demensprechend wird Katharina auch behandelt und erduldet jede Erniedrigung, egal ob seitens der Kaiserin oder ihres Ehemannes, stillschweigend und huldvoll. Doch langsam bemerkt auch diese, dass der Bogen erst gespannt seine Kraft zeigt und schmiedet, gemeinsam mit ihrer nun treuen Freundin Warwara, allerlei Pläne. Und noch ahnen die zwei Frauen nicht, dass ihre Pläne nicht länger nur Weiberspinnereien bleiben... und Warwara muss schmerzlich erfahren, dass Macht immer über Freundschaft geht... .

Ein gutes Buch für alle Russlandliebhaber und die, die etwas mehr über die Geschichte des größten Landes der Erde lernen wollen. Man wird gut unterhalten, lernt etwas dabei und freut sich, dass es davon nun schon eine Fortsetzung gibt.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Sonntag, 13. Oktober 2013

[Rezension] Ewig Dein - von Daniel Glattauer



Nach der zweiteiligen Geschichte rund um Emmi und ihre außer- und ungewöhnliche E-Mail Beziehung erwartet man dem Autor Daniel Glattauer mit diesem Buch wieder eine außergewöhnliche, jedoch beflügelnde Romanze, eine Geschichte, die ans Herz geht und mitleiden lässt, doch dieser Roman lässt einen nicht schlafen... .
Judith, eine ganz normale Frau, Mitte-Dreißig, und Inhaberin eines Lampengeschäfts kann über ihr aktuelles Leben nicht klagen. Sie hat Freunde, Familie, einen Job, der ihr Spaß macht und eine gesunde Ironie zum Leben... das Einzige, was ihr fehlt, ist ein anständiger und liebevoller Mann an ihrer Seite. Das befinden ihre Freunde genauso und so stellt sich Judith langsam innerlich auf eine Männersuche ein.
Was sie nicht bedenkt ist, dass man wohl die tollsten Männer in ganz ungewöhnlichsten Situationen kennen lernt. Sie z.B. beim Einkaufen, als ihr ein durchaus sehr nett wirkender Mann voll auf die Ferse tritt. Er heißt Hannes, ist Architekteur von Beruf und auch sonst ganz niedlich. Das befinden Judiths Freunde ebenfalls und es kommt, wie es kommen muss. Judith und Hannes werden ein Paar und Judith kann es selbst nicht ganz richtig glauben, dass so ein netter Mann wirklich existiert und zu ihr gehört. Hannes' Liebe ist so innig, liebevoll, tief, stark, kontrollierend, einnehmend, einengend... .

Daniel Glattauer beweist in diesem Roman, dass er nicht nur sehnsuchtsvolle und unerfüllte Liebschaften meisterhaft beschreiben kann, sondern auch die Schattenseiten und Extreme der Liebe und Hingabe. Und dies wahrlich in einem unübertroffenen Stil. Das Buch ist nicht so gut wie seine Vorgänger, erreicht den Leser aber definitiv und auf andere Art... .

Ich vergebe für dieses Buch drei von fünf Sternen.

Mittwoch, 9. Oktober 2013

[Rezension] Fucking Moskau! Sex, Drugs & Wodka - von Chris Helmbrecht






Ein sehr auffälliges und keinesfalls unabsichtlich gestaltetes Cover räkelt sich einem entgegen... denn wo Fucking drauf steht, ist auch Fucking drin.
Chris Helmbrecht ist ein geschäftiger Mann, den es berufstechnisch von Teneriffa nach Russland verschlägt... und zwar gleich und sofort in den Mittelpunkt ... in die Hauptstadt Moskau. Schnell bekommt der Protagonist, welcher Chris selbst ist, mit wie die Metropole tickt und wie dort die Menschen (voran Frauen) leben. Durch seinen stetig wachsenden Bekanntenkreis kommt dieser in allerlei Clubs und lädt den Leser wahrlich zu einer Reise der Extraklasse durch das Moskauer Nachtleben ein. Schnell wird einem klar, dass dieses Buch ein Reiseführer der anderen Art sein wird. Munitiös und unverschämt schildert Chris die Sitten und Bräuche der russischen Feierkultur, seine Abenteuer mit Frauen und dem Wasser des Lebens. Nebenbei bekommt man (aber auch wirklich nur im Hintergrund) weitere interessante Infos geboten.. über Oligarchen, russische Polizisten, Moskauer Straßen und Wohnbedingungen. Man fühlt sich stellenweise sehr gut unterhalten, manchmal leicht "verarscht", weil man so manchen Zustand (braune Brühe aus dem Duschhahn z.B.) nicht glauben kann und letzten Endes irgendwann vor lauter Bettgeschichten überfordert bis gelangweilt. Wie bereits erwähnt, macht das Cover dem Inhalt alle Ehre.

Fazit: Gute Unterhaltung.. aber hey, Chris... das kannst Du besser ;-)

Ich vergebe für dieses Buch drei von fünf Sternen.

Montag, 7. Oktober 2013

[Rezension] Das Haus unter den Zypressen - von Katja Maybach



Eigentlich sind Schnulzen nicht so meins, jedoch hat dieses Buch mir überraschend gut gefallen!
Der Roman spielt zum Zeitpunkt des Zweiten Weltkriegs (mein absolutes Lieblingsthema bei Romanen dieser Art) in der Toskana, sprich mal woanders als in Deutschland, mit anderen Menschen, Mentalitäten und Temperament. Außerdem ging es diesmal mal nicht um Juden ( ich finde dieses Thema zwar sehr wichtig, jedoch in der Literatur vollkommen überlaufen).
Nach dem Tod ihres geliebten Großvaters möchte Giuliana einfach nur weg, denn er hat ihr alles bedeutet, nachdem ihre Mutter und ihr Vater bei einem Kletterausflug einen tödlichen Unfall hatten. Als sie seinen letzten Brief findet, der an ihre Großmutter Sophia adressiert ist, muss sie mehr über ihre Familie rausfinden und reist spontan von Rom in die Toskana. Im Hintergrund wird immer mal deutlich, dass der Krieg naht und die Menschen aus der Metropole flüchten... .
Als sie ihrer Großmutter gegenüber steht, verläuft nichts und gleichzeitig irgendwo alles wie erwartet. Dass Sophia damals ihren Mann mit einem viel jüngeren Künstler betrogen und schließlich verlassen hat, ärgert  Giuliana sehr, doch Sophia scheint nicht so zu sein, wie die Skandalgeschichten über sie reden. Und sie birgt ein trauriges Geheimnis... .
Dennoch fühlt sich Giuliana sehr wohl in Sophias Haus, welches von Zypressen umgeben ist. Sie erkundet gern die Gegend, freundet sich mit Maria, einer Konditorin aus der Stadt, an und hilft in der Manufaktur ihrer Großmutter mit, welche herrliches Pesto und andere Spezialitäten produziert. Alles scheint so schön... bis eines Tages ein flüchtiger deutscher Soldat im Garten liegt. Nun werden Giuliana und Maria "Feindeshelfer", denn die verstecken den schönen Flüchtling auf dem Hof von Sophia... und müssen bald feststellen, dass ihre Gefühle sie von Freundinnen zu Feindinnen machen... .

Alles in allem ein gut aufgemachtes und recherchiertes Buch. Man bekommt hier eine spannende Familiengeschichte, eine dramatische Liebesgeschichte, etwas Landeskunde und gute Unterhaltung geboten. Perfekt für Herzschmerzstunden :-)

Ich vergebe für dieses Buch vier von fünf Sternen.

Sonntag, 29. September 2013

[Rezension] Wo die Liebe tötet - von Jennifer Shaw Wolf






Und wieder einmal hielt ich einen Jugendthriller in meinen Händen, welcher, bestückt mit einem interessanten Klappentext, mich gewohnt zweifeln liess, ob es wirklich ein Thriller sein wird. Also fing ich an zu lesen... und konnte nicht mehr aufhören.

Allie ist mit Trip, dem Traumtyp aller Highschool Mädchen, zusammen und wird von ihm förmlich auf Händen getragen. Den teuersten Schmuck, die schönsten Kleider... all das schenkt Trip seiner Traumfrau. Zu schnell ist man neidisch, jedoch wissen die wenigsten, welchen Preis die schönen Dinge in Wahrheit haben... .
Und nichts ist so wie es war... nach dem geheimnisvollen Unfall an der Klippe in der Nacht des Sommerballs. Allie überlebt, trägt jedoch nun für immer die schweren Narben des Unfalls an sich. Doch die wahren Narben trägt ihr Herz, denn sie kann sich an fast nichts aus dieser Nacht erinnern, lediglich die Alpträume, die das Mädchen ständig heimsuchen, lassen immer mal ein paar kleine Dinge erahnen. Eine Flucht vor etwas Gefährlichem. Tödlichen... und in der Ferne der weiße Fleck, den Allie als ihre Rettung, als ihr Ende vom schwarzen Tunnel ansieht. Wer oder was ist das? Ihre Erinnerungen mischen eine Geschichte voller Romanzen, Mystery und thrillerhafter Elemente. Was hat es mit diesem Trip und vor allem dem Unfall auf sich? War es wirklich ein Unfall? Und woher taucht auf einmal Blake,Allies Sandkastenfreund und ihre erste Liebe, auf? Und wie steht es mit Andrew, ihrem behinderten Zwillingsbruder, der Trip stets gehasst hat?! Fragen über Fragen, die sich wunderbar in der Geschichte entfalten und munitiös und spannend nach und nach von der Autorin gelöst werden.

Fazit: Ein tolles Debut und absoluter Pageturner. Ich will mehr von Jennifer Shaw Wolf!

Ich vergebe für dieses Jugendbuch fünf von fünf Sternen.

Donnerstag, 19. September 2013

[Rezension] Rückkehr nach Somerton Court - von Leila Rasheed






Durch eine Leserunde bin ich erst auf dieses Buch aufmerksam geworden, da es mit meiner Lieblingsserie "Downton Abbey" verglichen worden ist... das hieß für mich sofort... ich muss es lesen!!!

In diesem Roman lernt man die alteingesessene Familie Averley kennen, die im Besitz eines der schönsten Anwesen Englands ist... Somerton Court. Mit seinen unzähligen Räumen, Geschichten und Einwohnern überzeugt es den Leser schon am Anfang und offenbart, dass diese Geschichte alles andere als langweilig verlaufen würde.
Lady Ada, Tochter des Lord Westlake, ist keine gewöhnliche Frau. Kleidchen und Hütchen sind gar nicht so ihrs... stattdessen träumt sie davon, irgendwann einmal in Oxford studieren zu können, wofür sie sich, durch fleißige Lektüre und unbändigen Wissensdurst, bereits einiges an Kenntnissen angeeignet hat. Auch ihr Interesse für Politik ist ungewöhnlich. Doch genau das bringt sie in eine der verwerflichsten... und schönsten Situationen ihres Lebens... sie lernt den Inder Ravi kennen. Doch es ist bereits am Anfang klar, dass diese Verbindung keine Zukunft hat... oder?
Neben dem "skandalösen" Verhalten von Lady Ada gibt es noch viel mehr interessante Verwicklungen... ein Kammermädchen, welches dem Lord Westlake zu viel zu bedeuten scheint, ein Adeliger, der auffällig oft mit seinen Dienern verschwindet und viele feine Herren, die sich Ada zu oft nähern. Das und noch viel mehr erwartet den Leser, wenn er in die Welt von Somerton Court eintaucht. Die leichte und doch authentische Sprache fördert den (sowieso schon dahineilenden) Lesefluss und man leidet und freut sich mit den Figuren und fühlt sie wie mittendrin zwischen gewaltigen Tafeln und rauschender Dienerschaft... .

Mein Fazit: Unbedingt lesen! Und ich kann es kaum noch bis zur Forsetzung erwarten!

Donnerstag, 1. August 2013

[Rezension] Verschwörung im Zeughaus- Band 5 der Adelina-Reihe- von Petra Schier








Lange musste man auf das heißersehnte fünfte Band der Adelina-Reihe warten, um dann wieder für sein Warten entlohnt zu werden.
Auch diesmal wird Familie Burka in einen gemeinen Hinterhalt mitreingezogen. Diesmal trifft es Hauptmann Greverode, das "frische" Familienmitglied im Hause Adelina. Er und sein bester Freund Van Dalen werden eines Nachts hinterrücks im Zeughaus überfallen. Während Tilmann um sein Leben kämpft, hatte sein Kumpel weniger Glück und wird in dieser Nacht ermordet. Der Hauptmann schafft es, schwer verwundet, gerade noch bis zu Adelinas Tür, um dann zusammenzubrechen. Sowohl der Medicus Burka als auch sein Kollege, der Baderchirurg Jupp, sehen keine großen Chancen für den Hauptmann seine Verletzungen zu überstehen. Hinzu kommt, dass Adelina am nächsten Tag erfährt, dass ihr Bruder wegen Mordes gesucht wird, denn bei der Leiche von Van Dalen hat man Tilmanns Dolch gefunden. Würde ihr Bruder soetwas überhaupt tun? Adelina macht sich auf die Suche nach Informationen und Beweisen, um ihren Bruder zu retten und ist schon alsbald davon überzeugt, dass hier jemand seine Hände mit im Spiel hatte... und dieser Jemand ganz andere Gründe hatte, Tilmann zu beseitigen, als eine Verschwörung... .

Man bekommt hier wieder gewohnte Unterhaltung á la Petra Schier: hurmorvoll, spannend und romantisch. Diesmal nistet sich eine weitere Liebesgeschichte in die Krimimalhandlung mit ein, diese ist jedoch nicht von kurzer Dauer, sondern zieht sich fast vordergründig durch das gesamte Buch und versüßt einem die unterhaltsamen Stunden mit Adelinas Familie.

Fazit: Weiterhin Suchtgefahr! Nur schade, dass alle Fans echt lange auf die Fortsetzung der Reihe warten müssen. Die Autorin sprach vom Jahr 2016... und einem Finale... ohoh... ob das der Adelina-Fan verkraften kann?! ;-)

Es gibt wieder fünf von fünf Sternen.

Dienstag, 16. Juli 2013

[Rezension] Die Insel des Mondes- von Beatrix Mannel






Spannend, atmosphärisch und gefangennehmend - bis zur letzten Seite!

Paula ist eine junge und schöne Frau und möchte ihrer Vergangenheit entfliehen. Nach dem, was ihr zugestossen ist, ist dies auch vollkommen verständlich, doch muss das gleich der madagassische Dschungel sein?! Keiner kann es verstehen, was eine Frau mit einer derartigen Geschichte zwischen Lianen, Spinnen und wilden Tieren sucht, doch Paula hat ein ganz festes Ziel vor Augen... .
Gesegnet mit einem wahrhaftig unglaublichen Geruchssinn möchte Paula dem berüchtigten Geheimnis ihrer Großmutter Mathilde auf die Schliche kommen, die eine Vanilleplantage besaß. Munitiös wird der Leser in die Geschichte der jungen Frau und ihrer Familie mitgenommen und fühlt sich wahrhaftig mittendrin. Auch die Reisebegleiter von Paula, Neuville, der Arzt, der gemeinsam mit seinem Begleiter Lazlo seltene Pflanzen entdecken und sammeln möchte sowie Morten, einen sehr gläubigen Christ sowie die Einheimische Noria, scheinen zuerst alle sympathisch. Doch nach und nach wird klar, dass es ein schwarzes Schaf in der Gruppe gibt, der sich sehr für Paulas Vorhaben interessiert... zu sehr... es scheint sogar so, dass er viel mehr über sie weiß, als es ihr lieb ist... .
Umrahmt von einer spannenden und sehr interessanten Handlung bekommt der Leser interessantes und anschauliches Wissen über den Dschungel, die Tiere, die madagassischen Bräuche und ihre Geschichte sowie über verschiedene Düfte und Essenzen geboten. Jedes Kapitel wird z.b. mit einer Pflanze eingeleitet und es wird erklärt wie sie duftet und wie man sie für die Parfümindustrie nutzt. Beatrix Mannel ist definitiv sehr talentiert auf dem Gebiet der symbolhaften und bildlichen Beschreibung, denn neben den Augen werden hier alle Sinne angesprochen... .

Ich vergebe für diesen Roman fünf von fünf Sternen.

Sonntag, 7. Juli 2013

[Rezension] Frevel im Beinhaus-Band 4 der Adelina Reihe- von Petra Schier






Meisterliche Verwicklungen, neue Freundschaften und einige Schurken weniger - Adelina schlägt wieder zu und trifft :-)
Man wird ihrer Geschichten nie müde - Adelina, die sturköpfige Apothekenmeisterin mit ihrem Hang sich in Schwierigkeiten zu bringen und damit Mordfälle und Skandale aufzudecken. Auch diesmal ist es nicht anders. Adelina ist wieder einmal gesegneten Leibes und steht kurz vor der Geburt, da ereignet sich in der Stadt Köln schon die nächste Unruhe. Aus einem Gebeinhaus wurden Knochen entwendet. Nicht genug, dass dies als eine unglaubliche Ketzerei gilt, stellt es sich bald heraus, dass es Kindergebeine waren, die dort verschwunden sind. Schon bald glüht die Stadt vor Gerüchten... Ketzer trieben sich herum, Satansbeschwörer und schwarze Ritualmörder machen das Leben in Köln gefährlich. Es dauert nicht lange, und man ersinnt sich der Vergangenheit von Adelinas Gemahl, der zu medizinischen Zwecken unerlaubterweise Leichen seziert hat. Und wie es der "Zufall" so will, findet man alsbald eine Frauenleiche in Adelinas Abortgrube, der das Kind aus dem Leib geschnitten wurde. Während Neklas Burka nun im städtischen Gefangenenturm um sein Leben bangen muss, macht Adelina auf der Suche nach Gegenbeweisen eine schreckliche Entdeckung... unter ihrem Haus existieren geheime Gänge, von denen sie nichts wusste. Als sie Neklas' Alchemiestube betritt und dort auf eine versteckte Falltür stösst, kann sie ihre Neugier nicht verbergen und macht einen grausamen Fund. Sie findet Knochen über Knochen und Schädel, die sie mit leeren Augen anschauen. Alle tragen ein Siegel des Gebeinhauses. Ist ihr Ehemann diesmal tatsächlich schuldig?

Nach dem supergenialen dritten Band macht der vierte Band handlungstechnisch leider einen kleinen Abstieg. Die Handlung erinnert zu sehr an die vorhergehende, jedoch kamen genug neue Ent-und Verwicklungen, dass man geneigt ist, diese Geschichte in einem Rutsch zu lesen. Adelinas Chaosfamilie findet eben in jedem Leserherz einen Platz!

Ich vergebe für dieses Buch vier von fünf Sternen.

Samstag, 6. Juli 2013

[Rezension] Falsche Nähe - von Alexandra Kui






Ein berührender und spannender Jugendthriller und eine Familiengeschichte, die unter die Haut geht.

Noa, 17 Jahre alt, ist keine normale Teenagerin. Ihre Schwester Audrey ist eine sehr erfolgreiche Thrillerautorin und ermöglicht Noa jeglichen Luxus, allerdings ist das die kleinste Sorge der Teenagerin, die zeit ihres Lebens schon einiges mitmachen musste. Ihre Eltern starben bei einem mysteriösen Autounfall und das Haus ist Monate darauf abgebrannt und so waren die beiden Mädchen gezwungen bei ihren Großeltern unterzukommen und für sich selbst zu sorgen und zu kämpfen. Audrey scheint ihren Frust in ihren erfolgreichen Krimis zu verarbeiten, während Noa kurz vor dem Abi steht und eigentlich noch Liebeskummer wegen Jannis hat. Diese Familienidylle ändert sich aber schlagartig... erst kommt ein neuer Mann in Audreys Leben, den Noa auf Anhieb nicht ausstehen kann. Noch besser wird es, als dieser seinen Sohn Moritz mitbringt, der neben viel zu viel Selbstsicherheit auch noch ein Katana, ein sehr scharfes, japanisches Schwert, in seinem Seesack mitführt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse... ein Mörder rast durch die Stadt auf einem Motorrad und enthauptet unschuldige Menschen. Und das alles scheint auch noch in Audreys Skript zu ihrem neuen Buch zu stehen. Als ein zweiter Mord geschieht, der ebenfalls haargenau in diesem Skript steht, fühlt sich Noa wie in einer Falle. Was geht hier vor?

Ich habe bei diesem Buch anfangs etwas Zeit gebraucht, um hinein zu finden, da ich mir unter "Thriller" sicherlich etwas anderes vorgestellt habe, als es hier der Fall ist. Jedoch handelt es sich hier um einen Jugend- bzw. einen Mädchenthriller, der auch guten Gewissens so bezeichnet werden darf. Man bekommt Spannung, Gefühle und sehr viele Gedankengänge mit auf den Weg, die einen auch noch nach dem Abschluss der Lektüre beschäftigen.

Für dieses Buch vergebe ich drei von fünf Sternen.

Donnerstag, 20. Juni 2013

[Rezension] Omas Erdbeerparadies - von Janne Mommsen






Nach langer Zeit durfte ich wieder auf Oma Imke und ihre ganze liebenswerte Bande aus Föhr treffen und merkte... ich hab sie vermisst :-)

Seit meiner letzten Lektüre über Oma Imke ist sehr viel passiert auf der Insel Föhr. Die übelgelaunte Gruftibraut Jade begegnet dem Leser hier als ernste Praktikantin in einer Investmentbank, die gerade ihren Aufstieg plant. Durch monatelange Recherchen und die Investition in seltene Erden an der Börse ist Jades Plan perfekt... doch ihr Chef sieht das alles ganz anders! Plötzlich befindet sich Jade in der Sortierung der Post und möchte einfach nur noch weg. Nachdem ihre Eltern sich aber in frischer Verliebtheit befinden und nur noch ins Schlafzimmer verschwinden, ist Jade auch nicht mehr gewillt nach Hause zu gehen. Spontan beschliesst sie, ihren Onkel Arne und ihre Oma Imke auf der Insel Föhr zu besuchen. Dort angekommen muss nicht nur der Leser feststellen, dass sich sehr viel verändert hat. Oma Imke sitzt im Rollstuhl und kann nach einem Schlaganfall nicht mehr sprechen und ihr Onkel Arne ist mehr oder weniger glücklicher Besitzer der Föhrer Kultdisco "Erdbeerparadies". Doch was früher Kult war, ist heute nicht mehr angesagt und so müssen Jade und Arne bald gegen "Island Paradise" ankämpfen, der flurierenden und hippen Disco von Susanne. Als Jade dann auch noch feststellt, dass ihre Urlaubs"liebe" Momme dort als DJ arbeitet wird alles nur noch schwieriger... .Ist das "Erdbeerparadies" überhaupt noch zu retten?

Eine wirklich sehr amüsante, emotional angenehme Sommerlektüre. Oma Imke und ihren Clan muss man einfach ins Herz schliessen!

Ich vergebe für dieses Buch vier von fünf Sternen.

Samstag, 15. Juni 2013

[Rezension] Knochenzeichen - von Kylie Brant






Von dem Cover angesprochen, habe ich schleunigst zu diesem Buch gegriffen und wurde teilweise überrascht wie enttäuscht.
Knochenzeichen ist der dritte Teil der "Mindhunters"-Reihe von Kylie Brant, jedoch kommt man, auch ohne die beiden vorherigen Bücher gelesen zu haben, insgesamt gut in das Buch rein und auch während der gesamten Geschichte bleiben keine Fragezeichen offen. Caitlin Fleming, ehemaliges Supermodel,was bedeutet: rank,schlank,perfekt und zickig, wird zu einem grausamen Fundort gerufen. In einer abgelegenen und verwinkelten Höhle werden in Müllsacken Knochen gefunden, die, laut ihrer Menge, von sieben verschiedenen Personen stammen. Das bizarre Detail: allem Skeletten fehlt der Schädel, was bedeutet, dass die Identifikation der Personen, die hinter den Knochen stehen, noch schwerer fallen wird. Alle Knochen sind beinahe perfekt "bearbeitet", so, als wär kein Mensch am Werk gewesen. Die einzige Spur, die Cait und ihr attraktiver Fremdenführer Zach Sharper haben, sind kleine Bildchen an den Schulterfragmenten der Skelette. Beinahe liebevoll hat der Mörder das Leben seiner Opfer gezeichnet... .
Insgesamt bekommt man hier eine recht interessante Geschichte mit überraschenden Verwicklungen geboten. Ich habe den Thriller anfangs für schlechter gehalten, als er ist, habe meine Meinung aber schnell geändert. Zwischen Zickereien und ( der für mich persönlich zu häufigen) Monologen und Sorgen, was nun derjenige andere über einen denkt, wird dem Leser einiges aus der Praxis und dem Alltag eines Forensikers erzählt und das Profil des Mörders bleibt fast bis zum Schluss schwer zu erraten. Eine Autorin, die es schafft, nach 80% des Buches noch so zu schreiben, dass der Täter sowohl dem Ermittler als auch dem wachsamen Leser verborgen bleibt, verdient Lob, jedoch muss ich auch hier bemängeln, dass nach der Entdeckung die Jagd und Festnahme recht schnell und fast unspektakulär vonstatten gingen. In weniger als zehn Seiten war man fertig und ich habe mich als Leser etwas fallen gelassen gefühlt, nachdem man so lange auf die Enttarnung des Täters gewartet hat.
Alles in allem, ein gutes Buch mit mehr Fakten als Spannung, was jedoch der Handlung keinen Abbruch tut.

Ich vergebe für den Thriller vier von fünf Sternen.

Dienstag, 11. Juni 2013

[Rezension] Die zwei Leben der Alice Pendelbury - von Marc Levy






Eine rührende und unterhaltsame Geschichte einer Familie und einer Frau, die nicht weiß, wer sie war.

Es ist ein schöner Wintertag, den Alice mit ihren vier guten Freunden Anton, Carol, Eddy und Sam verbringt. Als diese ihr am Abschluss vorschlagen, sich von einer Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen zu lassen, ist Alice skeptisch, denn sie glaubt nicht an den ganzen Hokuspokuskram. Schließlich wird sie regelrecht dazu gedrängt und befindet sich dann doch im Waggon der alten Frau. Diese scheint anders, als die typischen Seherinnen... . Sie nimmt kein Geld, weiß über Alices Vergangenheit Bescheid und sagt ihr, dass diese nicht so ist, wie sie glaubt. Bevor Alice wütend den Waggon verlassen möchte, gibt ihr die Frau noch einen Hinweis mit auf den Weg, nämlich,dass ihr Traummann just ein paar Minuten hinter ihr vorbeigegangen ist und sie, um ihn wiederzufinden, sechs andere Personen treffen muss. Jetzt reicht es!, denkt sich Alice und verlässt die Frau mit einem sehr mulmigen Gefühl. Später in ihren Träumen sieht die Gassen, Treppen und Hände, die ihr Hilfe anbieten und Dinge, an die sie sich zu erinnern scheint und die doch in endloser Vergessenheit ruhen.
Und ausgerechnet jetzt schlägt ihr Daldry, der grummelige und griesgrämige Nachbar von nebenan,  vor, eine Reise nach Istanbul zu machen, wo, glaubt man der Wahrsagerin, ihre Wurzeln sind. Bevor Alice sich versieht, scheinen die Vorhersagen der Frau sich nach und nach zu erfüllen... und eine abenteuerliche Suche beginnt.

Es war mein erstes Marc Levy- Buch, aber es wird definitiv nicht mein letztes sein. Es überzeugt durch einen flüssigen Schreibstil, unterhaltsame Dialoge und ausgefeilte Charaktere mit einer herzlichen und berührenden Geschichte.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Sonntag, 9. Juni 2013

[Rezension] Flügel aus Asche - von Kaja Evert






Ein spannendes Fantasyabenteuer, was abseits vom typischen Elfen-und Orkcliché liegt.

Krähe hat es nicht leicht. Nicht nur, dass er in seiner Heimat, der fliegenden Stadt Rashija, als schwarzhäutiger, ungesetzlicher Mischling leben muss, nein, auch sein Beruf macht ihm tierisch zu schaffen. Er arbeitet als Schreiber für den mächtigen Magier Charral, indem er kunstvoll Zauberformeln für mächtige Zauber auf Schriftrollen verewigt. Tag für Tag, bis der eine Zeitpunkt kommt, der alles verändert.
Gerade noch so einer Tyrannei durch Charral selbst entronnen, sieht sich Krähe alias Adeen bereits in einem neuen Schlamassel stecken. Rasmi, sein Ziehgroßvater, gehört zu den Rebellen, die die Schreckensherrschaft und Unterdrückung der niederen Bevölkerung in Rashija beenden wollen. Und Krähe wird kurzerhand durch den Anführer namens Nemiz angeheuert. Schnell begreift Adeen, dass es kein Zurückkommen mehr gibt. Nicht nur, dass die hübsche Draquerin Talanna, die ihn vor Charrals Zauber gerettet hat, auch mitmischt, auch die Tatsache, dass Krähe seinen Ziehgroßvater bald tot auf der Straße findet, macht es dem jungen Schreiber begreflich, dass ihm ein Kampf unbekannter Ausmaße bevorsteht. Und da ist auch noch dieser Vogel... der ihn immer in seinen Gedanken und Träumen einholt... .

Alles in allem ein gelungenes Debüt. In Zeiten von überfüllten Fantasyregalen und ausgelutschen Klischeegeschichten ist es wahrlich nicht leicht, ein gutes Buch über fantastische Welten und Wesen zu schreiben und den Leser mit etwas Neuem zu erfrischen. Frau Evert ist es, meiner Meinung nach, gelungen, denn der lockere Erzählstil, vermischt mit Kampfgetümmel und einer Prise Romantik, macht "Flügel aus Asche" zu einem gelungenen Buch, wo man sich plötzlich wie mitten in der Handlung befindet. Wer etwas Neues aus der Fantasyschublade sucht, wird hier definitiv fündig.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Samstag, 1. Juni 2013

[Rezension] Verrat im Zunfthaus, Band 3 der Adelina Reihe - von Petra Schier



Auch das dritte Buch über die neugierige Apothekerin Adelina hat mich vollends überzeugt, obwohl dieses Mal die Kriminalhandlung nicht so sehr im Mittelpunkt stand, wie in den vorherigen zwei Büchern, jedoch umso grausamer war... .
Wie Adelinas Glück nun mal so ist, findet sie auch im dritten Band eine Leiche. Dieses Mal ist es aber besonders grausam. Man hat einer jungen Frau den Bauch aufgeschnitten und sie förmlich ausgeweidet. Aber warum? Durch die Untersuchungen des Magisters Burka findet man heraus, dass das junge Ding auch noch schwanger gewesen ist. Und als ob es nicht schon grausam genug ist, fndet man auch bald die Überreste ihres Verlobten, dem es beim Tod nicht anders ergangen ist, als seiner schwangeren Freundin. "Wie ein Schwein haben sie ihn aufgeschlitzt", berichtet der Magister.
Bei solchen Grausamkeiten muss der Leser innehalten, denn bisher verliefen die Morde eher unblutig und hier haut die Autorin mal so richtig einen drauf. Schnell kommt Adelina und auch der Leser darauf, dass eine Verschwörung bzw. ein Verrat dahinter stecken könnte, denn die entmachteten Patrizier wollen ihre Macht natürlich zurück und schrecken auch nicht davon ab, über Leichen zu gehen. Doch wer ist der Mittelsmann? Er muss mit Adelina bekannt worden sein und auch vertraut. Schneller als der Apothekerin lieb ist, findet eine plötzliche Hausdurchsuchung bei ihr ein Kästchen mit Edelsteinen, die zur Bestechung benutzt worden seien und Adelina wird des Hochverrats verdächtigt. Und dann verschwindet auch noch ihre Stieftochter Griet spurlos... .

Meiner Meinung nach bisher der emotionalste Band der gesamten Reihe. Es kamen neue Leute dazu, die Adelinas Familie noch verrückter und bunter gemacht haben, aber auch um das Ableben einer Person hat man als Leser richtig trauern müssen, denn keiner hat damit gerechnet, dass es so kommt.

Fazit: Spannend, emotional, einnehmend - Adelina überzeugt auch hier!

Ich vergebe für dieses Buch vier von fünf Sternen.

Mittwoch, 15. Mai 2013

[Rezension] Die Schwere des Lichts - von Patti Callahan Henry






Eine bewegende Geschichte, die sich nach und nach wie eine schöne Blume entfaltet!
Ellies Leben ist perfekt. Zumindest glaubt sie das. Sie hat einen Mann, ein wunderschönes Haus mit allem Drum und Dran, eine wunderschöne, intelligente Tochter und eine echt wunderbare Mutter. All das lullt Ellie in sich ein und sie lebt ihr Leben nach Plänen. Genauso wie es ihre Mutter tut, die einfach alles auf die Reihe bekommt und schließlich auch noch einen Preis für ihre Wohltätigkeitsorganisation gewinnt. Für Ellie ist sie ein großes Vorbild von einem geregelten Leben und kühlem Verstand. Bis sie eines Tages am Grab ihrer Mutter steht... und ein altes Tagebuch über das Leben ihrer Mama ihr Eigen nennt. Als sie die Seiten durchblättert, scheint nichts mehr so wie es war und Ellie glaubt ihre Mutter nicht wirklich gekannt zu haben, denn Ellies Mutter war früher alles andere als kühl und beherrscht... bis Er sie zerstört hat. Wer ist Er?
Auch Hutch, Ellies Exfreund, ist am Leben von ihrer Mutter interessiert. Er plant eine Ausstellung über die glorreichen Frauen der 68er Jahre... und da gehörte ihre Mutter mit ihrem unglaublichen Engagement dazu. Beide kommen sie eine interessanten Geschichte auf die Spur... über eine starke, leidenschaftliche und geheimnisvolle Frau... Ellies Mutter wie sie früher war.

Dieses Buch lässt sich leicht und locker lesen. Man taucht in es ein wie in ein erfrischendes Gewässer nach einem heißen Sommertag und lernt, wie wichtig es ist, sein Leben zu leben und sich selbst treu zu bleiben, sowie über die Kraft der Vergangenheit und die Bedeutung von einer zweiten Chance.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Sonntag, 5. Mai 2013

[Rezension] Fida - von Stefanie Maucher






Aufwühlend, schockierend, abgründig und atemberaubend spannend!

In dieser Geschichte blickt man dem Grauen ins Gesicht. Tatjanas Tochter Laura verschwindet nach dem Besuch einer Bibliothek. Die Bibliothekarin beobachtete einen alten Mann, den Frührentner, "Opa Anton" genannt, der sich gerne mit Kindern umgibt und ihnen Geschichten vorliest. Seit dem wurde das Mädchen nicht mehr gesehen.
Tom ist ein harter Kerl mit einer echt beschissenen Kindheit, doch er weiß im Leben zu kämpfen. Seit seine Mutter verstorben ist und sein Vater nach zwei Schlaganfällen nun ein Pflegefall ist, ist er auf sich allein gestellt und gibt Trainingsstunden in einem Fitnessstudio. Denn keiner ist dafür bekannt, seine Sportler so zu trimmen und zu trainieren, dass der Erfolg sich so schnell einstellt. Doch auch Tom fehlt etwas. Seit seiner Kindheit wünscht er sich ein Haustier. Einen Hamster hatte er bereits. Die Katze vom Nachbarn war auch nichts für ihn. Er will etwas, was gehorcht, etwas, was lieb ist und jeden seiner Befehle ausführt. Er wünscht sich einen Hund. Und auch er wurde an dem besagten Tag in der Bücherei gesichtet... .

Selten war ich als Leser so emotional berührt und entsetzt. Man blickt hier ehrlich und unverblümt in den Abgrund der Menschheit und ist sich vollends bewusst, dass es harte Realität ist. Ich habe ebenfalls selten so mitgelitten, gehasst und gefiebert wie in dieser Geschichte und war auch nie so erleichtert im Epilog gelandet. Nur so positiv fiel die Erleichterung nicht aus... .

Lesen, lesen, lesen!!! Nichts für schwache Nerven!

Ich vergebe für diese Geschichte fünf von fünf Sternen.

Freitag, 3. Mai 2013

[Rezension] Der Atem der Angst - von Alexa Hennig von Lange






Erst skeptisch, ob ein Jugendbuchthriller überhaupt spannend sein kann, dann hektisch verschlingend und am Ende spannungserlösend, geht der Leser durch dieses wunderbare Buch!

Das beschauliche und gemütliche Städchen St. Golden, umgeben von einem großen, dunklen Wald. Idyllisch und ruhig. Bis eine Mordserie eine Geschichte von früher wieder zum Leben erweckt... über die keiner reden wollte bzw. sollte.
Louis, der vor langer Zeit seine kleine Schwester Isabel durch einen mysteriösen Umstand verloren hat, ist endlich wieder glücklich. Das Glück hat auch einen Namen: Michelle. Sie ist schön, lieb und bezaubernd und Louis kann sein Glück kaum fassen. Doch plötzlich wird ihre Beziehung und auch die Ruhe in St. Golden gestört. Michelles kleine Schwester Leonie ist spurlos verschwunden. Die Polizei ist ratlos, doch in Louis' Kopf fügen sich langsam und schmerzhaft Puzzleteile zusammen. Leonie ist genau auf die gleiche Art und Weise verschwunden, wie seine kleine Schwester Isabel. Es dauert nicht lange und Michelle wird ebenfalls vermisst. Irgendjemand spielt hier ein böses Spiel, indem er kleine Kinder entführt und die Verwandten dafür büßen lässt. Und plötzlich muss auch Heidi, die örtliche Polizistin, um ihren kleinen Sohn Winnie bangen... . Und da ist auch noch dieses seltsame Mädchen aus dem Wald, Maya, die von "Den Widerwärtigen" spricht... .

Gnadenlos spannend und rätselhaft. Bis zum Schluss und darüber hinaus. Uneingeschränkt lesens- und empfehlenswert!

Ich vergebe für diesen Thriller fünf von fünf Sternen.

Sonntag, 28. April 2013

[Rezension] Skandalöse Amouren im Hause Habsburg - von Hanne Egghardt







Schöne und kurzweilige Unterhaltung auf dem historischen Grunde der Habsburger.
In sechs kurzweiligen Geschichten erzählt die Autorin Hanne Egghardt die Verwicklungen und amourösen Geschehnisse aus dem Hause Habsburg. Nicht selten trifft man dabei auf revolutionäre, junge und hübsche Mannsbilder, störrische Kaiser und Verwandtschaft und wenig gebildete Dirnen, die den Skandal erst vollkommen machen. Gespickt mit schönen Illustrationen der Beteiligten und deren Umfelds sowie vielen Briefen und Zitaten, erscheint die sonst so trockene Geschichte recht unterhaltsam und interessant, zumal hier stellenweise Vieles verschwiegen worden ist und man so auch die Lust nach eigener Recherche bekommt.
Leider fehlte mir in diesem Buch das gewisse "Etwas", welches das Werk über eine recht gute Unterhaltungslektüre hätte hinaus heben können. Spätestens nach zwei Geschichten fliegen einem die Namen und die Häuser nur noch um die Ohren... es gibt weder einen Stammbaum, noch eine Karte zur Orientierung... so ist man zwar zur eigenen Kreativität angeregt (Stammbäume zeichnen, Randnotizen, etc.) und dennoch auch dann schnell überfordert. Auch die Variation der Geschichten lässt etwas zu wünschen übrig, da man stellenweise den Eindruck hat, fast diesselbe Geschichte, nur aber mit anderen Personen besetzt, zu lesen.
Dennoch ist das Buch für einen informativen und kurzen Ausflug in die Geschichte gut geeignet und beschießt den Leser nicht nur mit Namen, sondern auch mit einer guten Prise Unterhaltung.

Ich vergebe für dieses Werk drei von fünf Sternen.

Sonntag, 21. April 2013

[Rezension] Mord im Dirnenhaus - Band 2 der Adelina-Reihe- von Petra Schier







Endlich ging es weiter mit der Adelina-Reihe! Ich konnte es wirklich kaum erwarten, jedoch hat mich Band 2 nicht ganz so sehr überzeugt wie Band 1.

Adelina, oder auch Meisterin Burka, hat es endlich geschafft und die Apotheke ihres langsam dement werdenden Vaters Albert übernommen. Durch den Medicus Neklas Burka, dem sie nun ihr Ja-Wort gegeben hat, konnte sie endlich ihre Meisterprüfung ablegen und zu einer noch angeseheneren Frau werden. Doch die heile Welt hielt nicht lange an. Es geschehen wieder Morde in Köln... Diesmal trifft es zwei angesehene Männer, die sich die Zeit im städtischen Dirnenhaus hatten vertreiben wollen. Die beiden sind hinterrücks vergiftet worden und die Anzeichen stehen ganz klar auf Eisenhut. Als Adelina, die bereits im Band 1 Vergiftungsmordfälle aufgeklärt hat, davon Wind bekommt, nimmt sie sich vor, sich nur flüchtig dafür zu interessieren und sich nicht mehr einzumischen. Doch bald steckt sie mehr als nur mittendrin. Das Eisenhutgift wird nämlich nirgends anders, als in ihrem berühmten und teuren Pralinenkonfekt gefunden, den der Freier seiner Dirne hätte überreichen wollen. Schwupps steht die gesamte Existenz von Adelina auf dem Spiel und sie sieht sich gezwungen zu handeln... . Auch ohne ihren Ehemann, der plötzlich ganz dringend fort muss... .

Im zweiten Band begleitet man Adelina wieder durch das mittelalterliche Köln bei ihren Mordaufklärungsversuchen. Dabei trifft man sehr viele bekannte Gesichter, aber auch viele neue und überraschende Personen kommen in diesem Teil dazu. Trotz dem, dass es in diesem Buch wieder wie erwartet spannend zugeht, muss ich leider sagen, dass der Mörder hier offensichtlicher war, als im Buch zuvor... und dass es eine Weile gedauert hat, bis sich die Geschichte entwickelt hat. Dennoch ein sehr gelungenes Buch, wo ich mich schon auf den dritten Band freue :-)

Für diesen historischen Roman vergebe ich vier von fünf Sternen.

Montag, 15. April 2013

[Rezension] Vollstreckung -von Andreas M. Sturm






Ein Krimi mit Höhen und Tiefen... .
Ein Mord. Am hellichten Tag. An einer gut besuchten Tankstelle... und niemand hat etwas gesehen. So ungewöhnlich fängt dieses Buch an. Der Angreifer ging brutal vor und erlöste sein Opfer sofort. Doch warum? Und warum hat niemand etwas gesehen?
Karin Wolf und ihre Kollegin Sandra König werden mit dem Fall betraut und müssen nun gegen Unbekannt ermitteln. Der Mörder ging äußerst gerissen vor und hinterliess keine Spuren, zumal an einer öffentlichen Tankstelle auch so viel zu viele andere Menschen vorbeikommen, was die Ermittlungen noch erschwert. Karin ist sofort auf Witkowski, den berühmten, örtlichen Mafiaboss, fixiert und glaubt schon das Verbrechen gelöst zu haben, als sie eine enorme Summe Geld in der Wohnung des Opfers findet und herausbekommt, dass das Geld offensichtlich Witkowski gehört. Doch als der nächste Mann sterben muss, wird Karin stutzig und stellt enorme Nachforschungen mit ihrer Kollegin an... um auf einen Vergewaltigungsprozess zu kommen, dessen Opfer Sarah LeFort nie Gerechtigkeit erfahren hat. Bevor Karin sich auf die Frau fixieren kann, erfährt sie, dass Sarah schon vor einiger Zeit Selbstmord begangen hat... .

An sich eine interessante Geschichte, die viele Verwicklungen mit sich bringt. Leider muss man nicht weit lesen, um zu erfahren,wer der Mörder ist... und darf dann lediglich die Verfolgungsjagd miterleben. Auf dieser decken sich einige dunkle Geheimnisse der Polizeiarbeit auf und man muss mal wieder feststellen, dass nichts und niemand so ist, wie es/er scheint. Es gibt einige spannende Stellen, die mir aber persönlich zu kurz kommen... es hätte diesem Krimi sicher nicht geschadet, wenn der Autor das Ganze etwas spektakulärer dargestellt hätte. Besonders gut fand ich aber, dass zwischen den Kapiteln immer mal kurze Passagen aus der Sicht des Mörders auftauchen...und dessen Geschichte dem Leser nach und nach offenbart wird.

Ein guter Krimi. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich vergebe für dieses Buch drei von fünf Sternen.

Dienstag, 9. April 2013

[Rezension] Harry Potter und die Kammer des Schreckens - von Joanne K. Rowling






Nachdem ich nun im zarten Alter von 22 Jahren diese Bücher für mich entdeckt habe, ging es nach der überschwänglichen Begeisterung zu Band 1 endlich an die Lektüre des Bandes 2.
Ach, habe ich mich gefreut, alte und neue Gesichter rund um Hogwarts wieder zu lesen. :) Natürlich ging es neben unglaublichem Ideen-, Erfindungs- und Wortreichtum der Autorin auch diesmal um eine spannende Geschichte aus dem Hause Hogwarts. Wo im ersten Band ein magischer Stein den Mittelpunkt bildete, so ging es in diesem Buch um die (schon furchteinflößendere) Kammer des Schreckens. Von vielen Lehrern als Gerücht bzw. Legende in der langen Geschichte des Zauberei abgetan, lag das Mysterium um diese Kammer und weshalb sie denn so heißt im Dunkeln. Doch nun zeigt sich das Ausmaß ihrer Gewalt. Schüler verschwinden und werden versteinert aufgefunden und nichts deutet auf den Angreifer hin... außer, dass es sich um einen mächtigen Zauberer handeln muss, der sich der verbotenen Schwarzen Künste bedient hat. Doch nicht etwa Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf, den Harry schon einmal besiegt hat?! Nun liegt es an Harry, Ron und Hermine diesen Merkwürdigkeiten an die Substanz zu gehen... und wieder einmal zeigt sich, dass alle Drei an ihr Äußerstes gehen müssen... .

Auch dieses Buch hat mich begeistert. Ich habe sehr viel geschmunzelt, vor allem über den "Zauberer" Lockhart, über die unglaublichen Namen und Kreaturen und natürlich gab es auch wieder viel Spannung  für den Leser. Dennoch wollte in diesem Band die Geschichte irgendwie nicht vorwärts kommen, sodass man über 80% des Buches gelesen haben musste, damit es endlich zu der Kammer des Schreckens ging. Dennoch habe ich die Geschichte sehr sehr gern gelesen und freue mich schon auf Band 3 :-)

Ich vergebe für dieses Buch vier von fünf Sternen.

Freitag, 5. April 2013

[Rezension] Der Beobachter - von Charlotte Link






Lange lange bin ich um diese gehypte Bestsellerautorin geschlichen und dank einer Wanderbuchaktion durfte ich mir endlich einen Eindruck von der "Meisterin der Täuschungen", so SWR, verschaffen.

Samson Segal ist seltsam. Er ist nicht nur persönlich seltsam, sondern hat auch ein seltsames Hobby. Er beobachtet Frauen und spioniert ihnen stellenweise sogar nach. Er möchte immer an ihrem Leben teilhaben und alles über die Personen wissen. So auch über Gillian Ward. Sie ist eine wunderschöne Frau und taffe Mutter, die ihre pubertierende Tochter Becky im Griff hat. Dazu einen gutverdienenden und sportlichen Ehemann und ein Traumhaus mit allem, was man sich wünschen kann. Eine perfekte, glückliche Familie, so möchte man meinen. Doch außerhalb der Fassade ist nichts perfekt.
Gleichzeitig lernt man Carla Roberts und Anne Westley kennen. Zwei ältere Frauen, die, jede auf ihre Art, versuchen mit der Einsamkeit des Alters klarzukommen. Doch eines Tages geschehen seltsame Dinge. Ein Fahrstuhl fährt immer wieder in den letzten Stock, doch keiner steigt aus. Über mehrere Wochen. Nachts kommt immer ein Auto mit gleißend leuchtenden Scheinwerfern, doch niemand steigt aus... . Als man die beiden Frauen grausam ermordet auffindet, steigert sich der Psychoterror noch mehr. Der Brutalität nach, der sich der Täter beim Quälen seiner Opfer bedient, muss es ein Psychopath sein, ein regelrechter Frauenhasser. Gillian reagiert äußerst schockiert über die Mordberichte in der Zeitung, misst denen aber keine große Bedeutung bei, außer über sie zu reden. Doch eines Abends trifft es sie mehr, als sie es sich hätte vorstellen können... denn sie blickt auf ihren Mann, der mit einem Kopfschuss im Wohnzimmer liegt... .

An sich ein sehr interessantes und ergreifendes Buch. Charlotte Link versteht es, viele Lebensgeschichten und Personen zu verweben, ohne große Verwirrung zu stiften. "Der Beobachter" ist eine interessante Geschichte mit einigen unheimlichen und spannenden Momenten. Jedoch empfand ich es so, dass man der Autorin durchaus den Titel "Meisterin der Täuschungen" verleihen kann (ich wäre nie im Leben auf den  Mörder draufgekommen), aber der Klappentext und die Aufmachung versprechen, meiner Meinung nach, etwas mehr, als der Roman halten kann.

Fazit: Ein gutes Buch, wenn man abschalten möchte und etwas Spannung verträgt.
Ich vergebe für dieses Werk vier von fünf Sternen.

Freitag, 29. März 2013

[Rezension] Fürstin der Bettler - von Peter Dempf






Ein unglaublicher Skandal im mittelalterlichen Augsburg... und die Apothekerswitwe Hannah ist ihm auf der Spur... .
Nichts kann das Leben von Hannah scheinbar trüben. Sie ist glücklich verheiratet mit dem Apotheker Jakob und beide sind wohlhabend und haben eine wunderbare Tochter namens Gera. Doch eines Nachts hört Hannah merkwürdige Geräusche im Haus und daraufhin riecht es verbrannt. Kein Zweifel, irgendjemand muss das Haus angezündet haben und als Hannah endlich aus dem Bett springt, ist es schon fast zu spät. Die Flammen fressen sich durchs gemeinsame Hab und Gut und die Frau hat nur noch eins im Sinn... ihre Tochter retten. Doch diese befindet sich nicht in ihrem Bett!
Hannah überlebt die Nacht nur knapp. Versengt und verbrannt stolpert sie über die Ruinen ihres gemeinsamen Glücks und wird kurzerhand auffällig. Anscheinend gefiel es jemandem nicht, dass sie überlebt hat und man lässt sie in die Hexenlöcher, ein unmenschliches Gefängnis, schmeißen. Durch die List eines Wächters wird sie nicht ertränkt, sondern kann entkommen und muss nun als die Bettlerin Röttel ihr Dasein fristen. Bald macht Hannah die Erfahrung, dass sie von oben nach ganz unten abgestiegen ist und muss die Regeln, die Willkür und die Gewalt der Strasse lernen und erdulden. Getrieben von nichts als nur dem Ziel ihre verschwundene Tochter Gera zu finden, erfährt Hannah, dass die Überbleibsel von ihrem Haus aufgekauft wurden und das Anwesen ausgebaut und hergerichtet wird. Wer hat Interesse an ihrem Haus? Und wer sind diese seltsamen Männer, die sich bewegende Säcke an den Torwachen vorbeischmuggeln? Lebende Ware... ?!

Ein sehr gut geschriebener und spanneder historischer Roman. Die Schreibweise ist erzählend und locker, steigert sich aber in den richtigen Momenten und der Autor hat auch definitiv Begabung darin, die Gefühle und Ängte einer Mutter darzustellen. Ich konnte mich unglaublich gut in Hannah hineinversetzen. Außerdem gibt der Roman sehr viele Infos über das damalige Augsburg und die Hierarchie und Lebensweise der Bettler. Die Intrigen und Fehden würzen die Geschichte noch mehr. Ein rundum gelungenes Buch!

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Montag, 25. März 2013

[Rezension] Der Märchenerzähler - von Antonia Michaelis






Ein sehr ungewöhnliches, schreckhaftes wie schönes Jugendbuch... völlig ohne Tabus. Ich war geschockt wie verzaubert.
Anna, eine 17jährige, die kurz vor ihrem Abitur steht, findet eines Tages eine alte Stoffpuppe unter einem Sofa im Kursraum. Sie scheint niemanden zu gehören, bis sich Tannatek zu Wort meldet. Bei allen gefürchtet und bekannt als der "polnische Kurzwarenhändler", der in jeder Pause am Fahrradständer mit Drogen dealt. Die Puppe gehört seiner kleinen Schwester Micha. Widerwillig gibt Anna ihm die Puppe heraus und ab dann ist sie fasziniert von diesem blonden, jungen Mann, der in einer anderen Welt zu leben scheint. Als sie ihm nachspioniert, weil sie nicht glaubt, dass er eine kleine Schwester hat, entdeckt sie eine neue und wunderschöne Welt. Denn so verschwiegen und eiskalt Tannatek, mit Vornamen Abel, auch ist, umso schöner sind seine Märchen und Geschichten, die er seiner kleinen Schwester Micha erzählt. Bald kann Anna ohne die beiden nicht mehr sein und verfolgt mit Spannung den Fortlauf des Märchens, das Abel erzählt. Doch irgendetwas stimmt da nicht... die Märchenfiguren ähneln realen Menschen, die Anna kennt... und der Fortlauf des Märchens zeigt sich bald als erschreckend real... mehr Realität als Anna je lieb war.

Eine sehr fesselnde, sowie verzaubernde und auch schockierende Geschichte, die nicht bei jedem Anklang findet und wo sich sicherlich nicht jeder Leser wohlfühlt. Schonungslos ehrlich zwischen den Märchenpassagen, ergreifend herzlich und am Ende umso trauriger. Dieses Buch würde ich nicht jedem empfehlen, vor allem nicht sehr gefühlvollen und zartbesaiteten Menschen, aber die Geschichte ist definitiv wert gelesen zu werden! Es war eine "andere" Leseerfahrung, zumal ich mir das Buch vollkommen anders vorgestellt habe.

Für dieses Buch vergebe ich vier von fünf Sternen.

Freitag, 22. März 2013

[Rezension] Hannahs Briefe - von Ronaldo Wrobel







Definitiv ein Buch, welches lange nachwirkt, sehr lange. Und mehr erfüllt, als es verspricht!

Max Goldmann, aka Max Kutner lebt ein ruhiges und zurückgezogenes Leben im Rio de Janeiro. Aus dem Nazi-Deutschland entflohen, geht er nun einem Schuhmacherberuf in seiner eigenen kleinen Werkstatt nach und repariert seinen jüdischen Mitbürgern die Schuhe. Nichts kann sein zähflüssiges, vor sich hin fließendes Leben stören, so scheint es, bis er eines Tages von der Polizei geholt wird. Wichtiger Auftrag, ganz geheim. Im Polizeirevier erfährt er, dass er nun Briefe auf Jiddisch ins Portuguiesische übersetzen soll, der Zensur wegen und der Furcht wegen, dass Spione oder andere bösartige Juden etwas gegen den Staat planen.
Nun muss sich Max mit geplatzten Verlobungen, Krankheiten, Genesungswünschen und anderen Nichtigkeiten anderer Menschen herumschlagen, die meinen, dass sie dieses oder jenes ihrer Familie, Freunden und anderen mitteilen müssen. Doch da gibt es einen Briefverkehr zwischen zwei Frauen, der Max nicht loslässt. Hannah schreibt zarte und hochpoetische Briefe an ihre Schwester Guita, die ebenso von der schwesterlichen Liebe erfüllt ist. Anhand dieser Briefe versucht Max sich die geheimnisvolle, so von ihrer Schwester Guita hochgelobte Frau Hannah vorzustellen und verliebt sich eines Tages Hals über Kopf in seine Vorstellungen. Als er versucht Hannah zu finden, um seinem Drängen nach Wissen um ihr Aussehen, ihre Art, ihre Stimme und noch so vieles mehr, nachzukommen, steht sie eines Tages in seiner Werkstatt und möchte ihre Schuhe wieder abholen. Ab dieser Sekunde ist nichts mehr so wie es war, denn Hannah ist noch schöner, als Max sie sich je vorgestellt hat und er läuft schneller in Verwicklungen hinein, als es ihm lieb ist. Denn schöne Frauen haben meist auch Schattenseiten... .

Ein sehr bewegendes, spannendes, aufklärendes und aufwühlendes Buch. Von Kapitel zu Kapitel steigert sich die Handlung, der Leser wird förmlich mitgerissen, vielfach überrascht und auch geschockt. Gespickt mit Politik, Gesellschaft und sehr vielen interessanten Infos rund um das Judentum und die Menschen lässt das Buch einen nicht mehr los und wirkt auch noch Stunden, nachdem man es beendet hat, nach. Unbedingt lesen!

Ich vergebe für diesen Roman fünf von fünf Sternen.

Dienstag, 19. März 2013

[Rezension] Tod im Beginenhaus- Band 1 der Adelina-Reihe - von Petra Schier






Durch eine Leserunde bin ich nur zufällig auf dieses Buch gestossen und bereue, dass ich diese Reihe und die Autorin Petra Schier nicht schon früher für mich entdeckt habe, denn die Geschichte lässt einen nicht mehr los!

Adelina, eine junge Apothekerstochter, kümmert sich rührend um ihren seit der Geburt behinderten Bruder Vitus und ihren Vater, der dem Traum nach Goldherstellung nachjagt. Da die Mutter bei der Geburt von Adelinas Bruder, ums Leben gekommen ist, hat Adelina im Haus die Hosen an. Nebenbei kümmert sie sich hingebungsvoll um die geistig behinderten Menschen im neu errichteten Beginenhaus, wo die Kranken versorgt werden, anstatt im Narrenturm zu versauern. Doch eines Tages stirbt ein alter Mann urplötzlich an einer seltsamen Erkrankung... weder die Pflegerinnen, noch die Schwestern noch die kundige Apothekerstochter können sich den Todesfall erklären. Als dann noch weitere ähnliche Symptome bei anderen Patienten auftauchen, ist das Personal in Alarmbereitschaft. Eine Seuche würde dazu führen, dass das Beginenhaus schliessen müsste und die Patienten im Narrenturm landen. Doch nach immer weiteren Toten glaubt Adelina nicht mehr an Zufälle und unbekannte Krankheiten... denn die Verstorbenen zeigen deutliche Anzeichen von Vergiftung. Ob ihr der frisch zugezogene Medicus dabei helfen würde, den Fall zu enttarnen?!

Wunderbar flüssig geschrieben, spannend bis zur letzten Seite, historisch belegt und toll geschildert... so fühlt sich der Leser mitten auf den Straßen des mittelalterlichen Kölns. Die Autorin Petra Schier schafft eine unglaublich authentische Atmosphäre und einen Personenkreis, den man so leicht nicht wieder gehen lassen möchte.

Mein Fazit: Band Zwei - ich bin wieder dabei!

Ich vergebe für diesen historischen Roman fünf von fünf Sternen.

Mittwoch, 13. März 2013

[Rezension] Evermore - Die Unsterblichen, Bd. 1 - von Alyson Noel







Eine wunderbare, mitreissende und romantische Geschichte außerhalb vom Alltag.
Das Cover erinnerte mich an diese Vampir-in-Unmengen-Jugendbücher, die alle auf eine Art und Weise gleich sind und schnell langweilig werden. Auch hier gab es klischeehafte Erscheinungen, die mich haben ironisch schmunzeln lassen, doch die Story hat mich doch mehr mitgerissen und beschäftigt, als ich gedacht habe.
Ever, eine junge Frau, lebt mit einem furchtbaren Schicksal. Bei einem Autounfall, der offensichtlich durch sie verursacht worden ist, stirbt ihre gesamte Familie. Mutter, Vater, Hund Buttercup und ihre kleine Schwester Riley. Nur Ever überlebt durch mysteriöse Umstände und muss nun bei ihrer Tante leben und sich täglich mit diesem schweren Schock herumschlagen. Ever hat sich verändert. Statt schönen Designerklamotten trägt sie nun ausgeleierte Kapuzenpullis, stopft sich bei jeglichem Kontakt die Stöpsel ihres IPods in die Ohren und hat bis auf Miles und Haven keine Freunde mehr. Durch die Hellsehergabe, die Ever besitzt, kann sie Stimmungen und Gedanken sehen und lesen, was sie unheimlich belastet... es ist manchmal ein Fluch allwissend zu sein.
Doch eines Tages platzt in Evers graues Leben ein wunderschöner Gothic Jüngling namens Damen rein und macht viele von Evers Sorgen nichtig und ungeschehen. Bevor Ever sich versieht, hat sie sich auch in diesen perfekten Mann verknallt und folgt ihm Schritt auf Schritt. Was sie jedoch bald bemerkt... irgendetwas stimmt nicht mit ihm... außer, dass er wirklich alles perfekt zu können scheint, zaubert er gerne rote Tulpen herbei und schenit sich förmlich von Nichts zu ernähren. Die geheimnisvolle und gleichzeitig völlig unsympathische Drina, die sich daraufhin Evers bester Freundin Haven bemächtigt scheint auch nicht ganz koscher zu sein... und vor allem... die Gute ist bestimmt nicht da, um mit Haven Gothic Partys zu feiern... .

Einige Klischees nehmen der Geschichte, die an sich erfüllt ist von Reue, Freundschaft, Einsicht, Liebe und weiteren Dingen, die schön und lehrreich sind, etwas ihren Glanz. Ich habe das Buch jedoch sehr gerne gelesen. Durch den einfachen und dahinplätschernden Schreibstil kommt man sehr gut in das Buch rein und kann sich vollends auf die Geschichte rund um Ever und Damen konzentrieren. Ein paar Spannungsmomente waren auch dabei, sodass es ein rundum gutes Leseerlebnis war.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Freitag, 8. März 2013

[Rezension] Harte Jungs - von Florentine Joop






Das Debüt einer Tochter von Wolfgang Joop mit einem Song zu jedem Kapitel. Eine Geschichte über die Musik, die Jugend, schwere Entscheidungen und natürlich die Liebe.

Charlotte, auch Puppe genannt, steckt im wichtigsten Prozess ihres Lebens... nämlich der Suche nach dem Sinn im Leben und dem Ziel, welches man anstreben soll. Dazwischen grausige Nachrichten vom Tod von River Phoenix, Kurt Cobain etc. Nebenbei läuft Musik, die das Ganze untermalt. Mit diesem Buch blickt man auf das Leben einer jungen Erwachsenen mit all ihren Höhen und Tiefen damals in den 90igern. Männergeschichten, Drogen, Alkohol, überfüllte Discotheken, Bandproben und Konzerts sowie Freundschaften, die kamen und gingen. Als Puppe sich dann in den süßen Jan verliebt und mit ihm dann auch schließlich zusammenkommt, muss sie bald einsehen, dass nicht immer alles so ist, wie man es gern hätte und dass schöne Zeiten zwar vergehen können, dafür man den neuen Dingen freudig entgegenkommen sollte und die alten schönen Zeiten dabei niemals aus dem Herzen verliert.

Eine Jugend - und Musikgeschichte, die anhand von dazu passenden Songs und der rauen Jugendsprache den Leser gut in das Gefühl der damaligen Zeit hineinversetzt. Man wippt gedanklich mit dem Fuß zum Takt und beweint innerlich die toten Stars. Kurzweilig, aber okay. Wer noch(mal) in das damalige Lebensgefühl hineinschnuppern möchte, dem sei das Buch herzlich zu empfehlen :-)

Ich vergebe für diesen Roman drei von fünf Sternen.

Freitag, 1. März 2013

[Rezension] Das Stockholm Oktavo - von Karen Engelmann







Ein äußerlich wunderschön aufgemachtes und liebevoll gestaltetes Buch, welches leider inhaltlich nicht ganz an die Perfektion der Gestaltung rankommt.

Der geschäftstüchtige Sekretär Emil Larsson, der sich seinen Titel durch Betrug in Madame Sparvs Kartenspielhaus erkauft hat, sehnt sich nun nach dem Abschluss der Vollkommenheit seines Lebens, nämlich der Liebe und der Verbundenheit. Als ihn sein Chef auch noch darauf hinweist, dass Emil nur seinen Arbeitsplatz behalten darf, wenn er schnellstmöglich unter die Haube kommt, sieht Emil sich gezwungen, seine Freundin Sparv aufsuchen, die nicht nur für ihren Spielsalon bekannt ist, sondern vielmehr für ihre Visionen und treffenden Wahrsagerkünste.
Daraufhin legt die gute Frau ihm ein sogenanntes Oktavo, ein Kreis, der in Form von liegenden Achten aufgebaut ist. Mit Hilfe von Karten soll Emil der Weg und die Personen auf ihm gezeigt werden, die ihn schließlich zu seinem Herzenswunsch führen sollen. Doch Sparv ist eine leidenschaftliche Königsfreundin, denn Gustav, der III geht bei ihr ein und aus... und auch der Herzog Karl sucht sie stellenweise auf. Schneller als ihm liebt ist, verwickelt Sparv den sehnsüchtigen Emil in ihr politisches Oktavo und beide müssen feststellen, dass sie auf ihrem Weg zur Bewahrung Schwedens eine mächtige Gegenspielerin haben, die Uzanne. Wunderschön, verlogen und hübsch verpackt ist Uzanne eine leidenschaftliche Fächersammlerin und übt sich in der "Kriegstkunst der Frauen", der Verführung und Dominanz. Dass ihre Waffen keinesfalls nur ihr Bett füllen sollen, sondern auch dazu dienen, den König Gustav zu stürzen, weiß zuerst keiner, doch als Uzanne ihre neue Gespielin beauftragt, erst starke Schlafmittel und dann Gifte zu mischen, steht auf einmal mehr auf dem Spiel als nur Liebe und Verbundenheit... .

Insgesamt eine fesselnde historische Geschichte, ausgeschmückt mit gesellschaftlichen Schilderungen, Intrigen und der Theorie rund um die Kunst des Fächers und dessen Handhabung. Ich war stellenweise überrascht, was man mit so einem Accessoire alles anrichten kann, andererseits auch leicht über die ausschweifenden Theorien und Berichte gelangweilt. Die Handlung blieb aber fast durchweg spannend und die wunderschöne Ausstattung und die vielen Bilder und Skizzen von den Karten und dem Oktavo haben das Leseerlebnis wunderbar abgerundet.

Ich vergebe für das Debüt der Autorin Karin Engelmann vier von fünf Sternen.

Samstag, 23. Februar 2013

[Rezension] Wahrheit wird völlig überbewertet - von Heike Abidi







Ein Klappentext, der so vielversprechend ist wie das Cover und die Gesamtaufmachung. Friedericke, eine lebenslustige Enddreißigerin, die ihr Wohlstandsbäuchlein aus Gründen ihrer Tollpatschigkeit in einen engeren Anzug pressen muss, verplappert sich unglücklich bei einer wichtigen Konferenz der Feronia Versicherung. Aus dem neuesten Versicherungsentwurf, welchen sie als "ihr Baby" bezeichnet wird kurzerhand (und aus Gründen von Rickys Leibesfülle) eine Schwangerschaft interpretiert. Bevor die gute Dame das Ganze noch retten kann, wird sie auch noch deswegen befördert und darf in ein hochmodernes Büro ziehen, mehr Geld bekommen und Projektleiterin des neues Pränatalversicherungsentwurfs spielen. Denn wer könnte die Sorgen einer Schwangeren besser nachvollziehen, als eine Schwangere selbst? Dass es sich aber nur um Lebensmittelschwangerschaft handelt ahnt ja keiner... und soll es auch nicht.
Im Laufe der Geschichte entdeckt und entwickelt die Protagonistin interessante und vor allem amüsante Wege den Glauben der Leute, dass ihr Bauch eine heilige Brutstätte ist, aufrechtzuerhalten. Und sie steigert sich immer mehr rein. Als sie daraufhin noch versehentlich auf ein Tagesmutterangebot eines reizenden Informatikprofessors eingeht, ist ihr Lügengebilde und Verstrickung komplett. Denn nun muss sie nicht nur ihrem kinderlieben Chef und den Kolleginnen etwas vorspielen, sondern auch dem reizenden Professor mit dem süßen kleinen Mädchen Selma. Fakt ist... Friedericke kommt da so ganz leicht nicht mehr raus... und ihre biologische Uhr tickt... .

Was dieses Buch verspricht, hält es zu 100%. Man bekommt eine lustig-tollpatschige wie ebenso schockierende und läuternde Geschichte präsentiert, gewürzt mit extremem Leserbezug und nicht wenigen Lachern. Durchgängig gute und lernreiche Unterhaltung... denn Wahrheit wird ja bekanntermaßen wirklich völlig überbewertet.

Ich vergebe für diesen Roman vier von fünf Sternen.

Montag, 18. Februar 2013

[Rezension] Silberlicht- von Laura Whitcomb







Endlich hielt ich dieses Buch in den Händen, dessen Cover und Klappentext mich so wahnsinnig angesprochen haben. Ich mochte das fantasievoll-verträumte-mystische Deckblatt und habe mich sehr auf die Lektüre gefreut... und wurde auch nicht enttäuscht.

Helen ist ein Lichtwesen, welcher der Zugang zum Himmel verwehrt worden ist, weil sie etwas sehr Schlimmes verbrochen hat. Deswegen muss sie entweder schreckliche Qualen in der Hölle leiden... oder sie sucht sich einen Bewahrer, an den sie sich klammern kann und bei dem sie dann sein kann. Bis dieser das Zeitliche segnet. Einerseits genießt Helen ihr geisterhaftes Wesen... sie ist unsichtbar, kann durch Wände und Gegenstände gleiten und den Menschen über die Schulter gucken und ihnen musenhafte Sätze ins Ohr flüstern... andererseits sehnt sie sich nach Wärme, Liebe und Zuneigung, nach aufrichtigen Gesprächen und leckerem Essen. Als sie eines Tages, wie immer, bei ihrem Bewahrer Mr. Brown ist, der Englischunterricht erteilt, hat sie das komische Gefühl beobachtet zu werden. Da ist dieser geheimnisvolle Junge, der sie anzuschauen scheint und sie schließlich anlächelt... aber sie ist doch ein Geist und unsichtbar?!
Diese fantasievolle und anfangs wunderbar einlullende Geschichte entwickelt sich aber nach und nach zu einem realitischen und stellenweise gesellschaftskritischem Buch. Es geht um Liebe, zerstörte Träume, begangene Sünden und Mittel zum Zweck... um überbesorgte Eltern, wie man sich fühlt, wenn man als Geist bis über beide Ohren verliebt ist... und wie man schließlich feststellen muss, dass das Alte doch immer besser ist als das Neue. Ich habe es stellenweise nicht aus der Hand legen können und genoß die zaghaft-erotische Romantik der Geschichte als auch die im Gegensatz dazu stehende Realität der Außenwelt. Für mich war es rundum eine gesunde Mischung von beidem.

Fazit: Kein übermäßiger Kitsch, interessante Story und ein Fünkchen Gesellschaftskritik. Ein gelungener Fantasy Roman :-)
Ich vergebe für "Silberlicht" vier von fünf Sternen.

Mittwoch, 13. Februar 2013

[Rezension] Der Leuchtturmwärter - von Camilla Läckberg






Diesmal stand ein schwedischer Krimi von der erfolgreichsten Autorin Schwedens (sofern man "Brigitte" Glauben schenken darf) Camilla Läckberg auf meiner Leseliste. Die Schriftstellerin entführt den Leser in ein gemütliches und idyllisches  Fischerdorf namens Fjällbacka, welches ihrem sozialen Aufschwung entgegensieht... dem Bau des Wellnesskurorts "Badis", welches Touristen und Promis anlocken soll. Alles scheint erfolgsversprechend, wären da nicht ein paar Ungereimtheiten, die das Geschäft stören könnten. Ein vorbildlicher und freundlicher Mitarbeiter namens Mats Sverin wird eines Tages mit einem Loch im Hinterkopf in seinem Flur gefunden... keiner hat etwas gesehen... oder doch? Kinder finden plötzlich eine Tüte Kokain im Müll ... auf der kleinen Insel Gräskar, die die Geisterinsel genannt wird, zieht überstürzt und vollkommen wirr eine Frau mit Kind ein... und noch viel mehr. Die Idylle des Fischerdorfs scheint zu wanken, als immer mehr Details ans Licht kommen, dennoch tappt die Polizei im Dunkeln, wer den freundlichen und unauffälligen Sverin umgebracht hat. Schließlich mischt sich auch noch eine Schriftstellerin in Elternzeit ein, Erica, die Nachforschungen über die Geisterinsel und den benachbarten Leuchtturm anstellt, und gerät selbst in Gefahr... denn es heißt von Gräskar, dass die Toten diese Insel niemals verlassen... .

Insgesamt ein zufriedenstellendes Buch. Mir persönlich gefiel die Geschichte rund um die Spukerei und das idyllische schwedische Dörfchen ganz gut, die Mordermittlungen und Gegebenheiten waren nicht zu spannend, haben jedoch genug Interesse geweckt, dass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Gestört haben mich die viel zu vielen Nebenpersonen und ihre Geschichten, die nicht wirklich etwas mit der Handlung zu tun hatten und deren Schicksale bis zum Ende des Buches stellenweise abgebrochen bzw nicht aufgeklärt worden sind. Dennoch ein Buch mit gutem Unterhaltungsfaktor und einer Geschichte, die sich nach und nach steigert.

Ich vergebe für den schwedischen Krimi gutgemeinte vier von fünf Sternen.

Mittwoch, 6. Februar 2013

[Rezension] Jamaica- nicht alles ist Reggae von Irene Maier






Ein Reise- und Lebensbericht der etwas anderen Art. Die Autorin Irene Maier schreibt in diesem Büchlein über ihre ganzen und persönlichen Erfahrungen mit dem Land des Reggae, der Rastas und der Drogen.

Äußerlich sieht das Buch erstmal ziemlich klischeehaft und einladend aus, was auch auf die ca. ersten hundert Seiten zutrifft. Man bekommt einen sehr guten Einblick in das Land, die Leute, die Kultur, das Essen und die Musik... ich hatte am Anfang stellenweise schon richtig Fernweh nach diesem Land gehabt, so schön hat das alles geklungen. Nach und nach muss man eben auch feststellen, dass die Menschen dort auch sehr korrupt und egoistisch sind... die Männer wollen sich eine reiche Touristin angeln, um in ein anderes Land zu können und die gesamte Touristenindustrie ist fast nurnoch aufs Ausnehmen bedacht. Fand ich sehr schade... wie sehr Geld und auch Drogen die lieben und ruhigen Jamaicaner hinrichten können.
Ein gutes Beispiel ist auch Irenes Lover Rasta Q, mit dem die Autorin anbändelt und schon bald sich fragen muss, was sie eigentlich an ihm findet. Er ist ebenso verlogen, egoistisch und ...auf Crack. Eindrucksvoll wird hier der Verfall des Musikers Rasta Q mit der tollen Stimme geschildert. Natürlich bringt er die gute Seele von Irene, die sich stellenweise meiner Meinung nach sogar sehr dumm und naiv mit ihm anstellt, in Schwierigkeiten, denn die gute Irene hat einen Weg gefunden zu Geld zu kommen... er beginnt mit Drogen in den Schuhen und endet im Jamaikas einzigem Frauengefängnis... .

An sich ein sehr aufrüttelndes und doch nüchternes Buch. Ich habe es gern gelesen. Die Schreibweise, die wirklich sehr einfach gehalten ist, hat mich anfangs beim Einstieg gefreut, wirkte dann aber im Lauf des Buches ziemlich einschläfernd und störend, da die Geschichte an sich doch sehr spannend war und der Schreibstil hingegen sehr polarisiert hat.

Fazit:
Ein Buch, welches gut zur Beseitigung der romantischen Verklärung von Jamaika geeignet ist und den Leser gut in das Land einführt und vieles auch erklärt und aufzeigt.
Ich vergebe für diese Geschichte drei von fünf Sternen.

Donnerstag, 31. Januar 2013

[Rezension] Shades Of Grey - Gefährliche Liebe - von E.L.James






Nun war der zweite Teil der Grey-Saga an der Reihe, nachdem mich schon der erste Teil in gewisser Hinsicht ernüchtert hat. Und nach der Lektüre dieses Buches weiß ich nun, dass die Grey-Bücher ihren Hype und auch ihr Geld nicht wirklich wert sind.

Nach der überstürzten Trennung vom megareichen Mogul Christian Grey versucht die Ex-Sub Ana ihr Leben irgendwie in den Griff zu kriegen. Und wer sich auf herzzerreissende Trennungskapitel gefreut hat (wie ich), wird enttäuscht. Denn nach knapp zwanzig Seiten sitzt Ana wieder bei Grey und lässt sich von ihm besäuseln... und natürlich auch andere Dinge mit sich machen. Ging mir zu schnell und liess mich erahnen, dass das Buch auch nicht tiefergehender wird. Es ging der Autorin wohl darum, dass die beiden schnell wieder ihr Liebesnest aufsuchen können. Was dann natürlich auch passiert.
Bis ca. zur Hälfte des Buches hat mich die Geschichte aus abwechselnden Streitereien und Liebeleien irgendwann nurnoch angeödet. Bis eine eifersüchtige und psychotische Exsub von Christian namens Leila auftaucht und die beiden, oder eher Ana, stalkt... dass die Gute weder geistig noch körperlich auf dem Stand ist und dann dazu noch über eine Waffe verfügt... in dessen Lauf die gute Ana dann auch irgendwann blicken muss... da kam etwas Spannung in dieses Buch. Nebenbei tauchte auch die gehasste Mrs Robinson aka Elena auf, die auch dezent etwas gegen Greys Absichten und Anas Gefühle hat... und dann war etwas Konflikt angesagt und das Buch ging rum wie nichts. Auf jeden Fall hoffe ich nun, dass der dritte Teil es etwas rausholt und dann doch einen würdigen Abschluss dieser Reihe bildet, was man von diesem Buch leider nicht sagen konnte.

Fazit: Wiederholender, eintöniger Geschlechtsverkehr mit kurzen Spannungsmomenten dazwischen. Sehr kurzen.
Ich vergebe für das Buch (mit allem Augenzudrücken) drei von fünf Sternen.